21. Juli: Internationaler Gedenktag für verstorbene Drogengebrauchende

Der 21. Juli ist der internationale Gedenktag für verstorbene Drogengebrauchende. In vielen Städten, Gemeinden und Kommunen in Deutschland wird an diesem Tag der Menschen gedacht, die an den Folgen ihres Drogenkonsums verstorben sind. Gleichzeitig macht der Gedenktag auf die Situation derjenigen aufmerksam, die leben, Hilfe benötigen und Unterstützung verdienen.
Im Jahr 2025 sind bundesweit 2.150 bekannte Menschen infolge ihres Drogenkonsums verstorben. Dabei handelt es sich um die offiziell erfassten Todesfälle – es ist davon auszugehen, dass die tatsächliche Zahl höher liegt.
Wir erinnern heute aber nicht nur an diese Menschen, sondern auch an die vielen Verstorbenen der vergangenen Jahre. Schätzungsweise 15.000 Menschen haben in Deutschland in den letzten zehn Jahren ihr Leben infolge des Konsums illegalisierter Drogen verloren.
Hinter jeder Zahl steht ein Mensch. Hinter jeder Zahl steht eine Geschichte. Und hinter jedem Todesfall stehen Angehörige, Freundinnen, Partnerinnen und Familien, die einen geliebten Menschen verloren haben. Sie tragen Trauer, Schmerz und oft auch Wut in sich – Wut über die Krankheit, über fehlende Hilfen oder über die eigene Ohnmacht.
Auch die Mitarbeitenden der Suchthilfe, Streetworker*innen, Rettungsdienste sowie Beschäftigte in Notaufnahmen erleben diese Schicksale hautnah. Sie begleiten Menschen in schwierigen Lebenslagen und setzen sich täglich dafür ein, Leben zu retten.
Allen Betroffenen gilt an diesem Tag unser Mitgefühl – insbesondere denjenigen, die einen nahestehenden Menschen verloren haben.
Verändern, um Leben zu retten
Unter dem diesjährigen Motto „Verändern, um Leben zu retten“ richtet der Gedenktag den Blick nicht nur auf die Verstorbenen, sondern auch auf die Lebenden. Er fordert eine wirksamere Drogenpolitik, den Ausbau niedrigschwelliger Hilfsangebote sowie Maßnahmen, die Menschen schützen und Leben retten.
Auch in Thüringen bleibt die Entwicklung besorgniserregend: Im Jahr 2025 starben 77 Menschen infolge des Konsums illegalisierter Drogen. Die Verstorbenen waren zwischen 17 und 59 Jahre alt.
Veranstaltungen in Thüringen
Erfurt
- ab 10:00 Uhr: Gedenken im Drogenkontaktcafé „Knackpunkt“ bei Kaffee und Kuchen
- 13:00 Uhr: Andacht mit Pfarrer Michael Neudert
- außerdem Informationsstand der Drogenhilfe Knackpunkt gemeinsam mit weiteren Einrichtungen im Stadtzentrum
Jena
📍 Holzmarkt
🕐 13:00 bis 16:00 Uhr
Informationspavillon mit Austausch, Information und Gedenken.