„Konflikte können ein Risiko oder eine Chance sein“ (Willi Küster)

Fortbildungswochenende Lützensömmern vom 05.-07. September 2025

Am Freitagabend begann das Fortbildungswochenende mit einer Vorstellungsrunde der Teilnehmer und Teilnehmerinnen, von denen viele zum ersten Mal an einem derartigen Weiterbildungswochenende teilnahmen, sowie des Referenten. Er gab einen Ausblick und eine konkrete Einführung in dieses brisante Seminarthema.  Konflikte begleiten uns von Kindheit an und ziehen sich durch alle Lebensbereiche. Zum Start ein Zitat, dass unseren Einfluss auf einen Konfliktverlauf beschreibt:

„Unsere Fähigkeit, frei zu entscheiden, liegt in dem Raum zwischen Reiz und Reaktion“ Rosenberg

Im Mittelpunkt des Seminars stand dieser „Raum“, weil in ihm die Weichen gestellt werden, in welche Richtung sich der Konflikt entwickeln wird. Hierzu haben wir uns mit folgenden Themen bzw. Fragen auseinandergesetzt:

Zu diesen Themen gab es ausführliche Informationen zu Begrifflichkeiten, Strategien und Beispiele vom Referenten, immer in Interaktion mit den Teilnehmern und Teilnehmerinnen. Welche Bedürfnisse haben wir vor oder während eines Konflikts; welche Gefühle lösen sie aus, und wie können wir sie uns bewusst machen. Inhalt der Informationen und Diskussionen war im Folgenden: Welche Strategien unter Einbeziehung meiner persönlichen Werte kann ich entwickeln, um Konflikte in Richtung „Chance“ zu lenken. Das ist ein Teil des „Raumes“, von dem in o.g. Zitat gesprochen wird. Wie kommuniziere ich, welche Vorurteile habe ich, kann ich die Situation wertfrei beurteilen, wie emphatisch bin ich zu meinem Gegenüber etc. In kleinen Arbeitsgruppen wurden diese Themen vertieft und es flossen viele persönliche Beispiele ein. Chancen und Risiken eines Konflikts wurden herausgearbeitet, wie „Stinkin`Thinking“ (z.B.: Alles-oder-nichts-Denken, Generalisieren, Übertreibungen etc.) uns im Weg steht, welche Werte habe ich eigentlich und wie beeinflussen sie meine Herangehensweise an Konflikte. Eines wurde auch deutlich: Nicht jeder Konflikt lässt sich mit positivem Ausgang für mich lösen. Aber klar ist auch: Ich kann mich entscheiden!

Am Sonntag arbeiteten wir mit dem Begriff „Vergebung“. Was bedeutet Vergebung und welche Haltung steht dahinter. „Ein Bisschen Vergebung“ funktioniert nicht, weil ansonsten der Konflikt oder seine Ursache irgendwann wieder eine Rolle spielen. Mit dieser Problematik hatten wir alle entsprechende Erfahrungen, die auch intensiv diskutiert wurden. Nicht jedem Menschen ist es möglich zu vergeben, denn „Vergeben“ ist tatsächlich eine Haltung.

Ein Thema zog sich durch alle anderen: Wie kommuniziere ich gewaltfrei als eine Voraussetzung bei der Konfliktbewältigung.

Es war ein sehr intensives Weiterbildungswochenende, da uns Konflikte in fast jeder Lebenssituation, in der Familie, im Arbeitsleben und natürlich auch in unseren Selbsthilfegruppen begegnen. Es war lehrreich, informativ, kommunikativ und anstrengend. Danke an Willi Küster und eine Weiterbearbeitung des Themas wird gewünscht.

Wolfgang Kuhlmann

Betreuer und Teilnehmer